Am Dienstag, den 15.05.18, sind wir in die Gedenkstätte Buchenwald gefahren, welche in der Nähe der Kulturstadt Weimar liegt. 1937 ließ die SS dort, auf dem Ettersberg, ein Konzentrationslager auf einer Fläche von über 190 Hektar errichten. Hierbei handelte es sich nicht um ein Vernichtungslager, sondern um ein Arbeitslager, wo beispielweise politische Gegner, Juden Sinti, Roma, Homosexuelle oder auch Zeugen Jehovas inhaftiert waren und zur Arbeit für die deutsche Rüstungsindustrie gezwungen wurden. Trotzdem verloren von 280.000 Inhaftierten, 56.000 ihr Leben in Buchenwald. Zu Beginn unserer Führung besichtigten wir die Gebäude der Schutzstaffel, die Lagerkommandantur und die sogenannte „Blutsstraße“, welche in das damalige KZ führte und von Inhaftierten erbaut wurde. Östlich von der Lagerkommandantur kamen wir zum Zoologischen Garten, der eigentlich für das KZ keine Funktion hatte, sondern rein als „Verschönerung“ dieses Ortes für die Außenwelt diente. Dann kamen wir zum eigentlichen Hauptteil des Lagers, indem sich die Inhaftierten befanden. Damit niemand flüchten konnte, wurde dieser Bereich von einem hohen Elektrozaun umgeben. Die vielen Baracken bildeten die Häftlingsunterkunft im Konzentrationslager. Der wahrscheinlich schlimmste Ort den wir in der Gedenkstätte sahen, war aber das Krematorium, welches 1940 errichtet und 1942 ausgebaut wurde. Viele Menschen wurden hier zu Unrecht getötet. Den Angehörigen wurde ein gefälschter Todesschein mit einer erfundenen Todesursache ausgestellt, damit sie keinen Verdacht schöpften. Zum Abschluss der Führung begaben wir uns noch zu einem Denkmal, das die Opfer in Buchenwald ehren soll. Dieses Denkmal besteht aus einer silbernen Platte auf dem Boden, auf der alle Nationen der Inhaftierten, die in Buchenwald saßen, verzeichnet sind. Die Platte hat eine Temperatur von 37,5 °C, was der Körpertemperatur eines Menschen entspricht. Es steht in Gedenken an jeden der 280.000 Inhaftierten, die im KZ Buchenwald litten. Obwohl wir bereits viel im Geschichtsunterricht darüber geredet haben was unter der Herrschaft der Nationalsozialisten passierte, war es ein Schock sich wirklich an einem Ort zu befinden, an dem so viele Menschen leiden mussten und feststellen zu müssen, zu was ein Mensch fähig ist, wenn er die absolute Macht besitzt. Es war ein sehr emotionaler und lehrreicher Ausflug.

Verf. von Franziska Monath und Nikoletta Poursanidou

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