Am 11.06.2018 besuchte unsere Klasse G 6a, in Begleitung von Frau Ayles und Herrn Galant, das Juniorlabor an der TU Darmstadt. Das Juniorlabor ist ein Gemeinschaftsprojekt des Pharma- und Chemieunternehmers Merck KGaA und der Technischen Universität Darmstadt. Schüler und Schülerinnen haben dort die Möglichkeit, interessante Fragestellungen im Bereich der Chemie nachzugehen, sowie ihre Neugier und Begeisterung für die Naturwissenschaften zu vertiefen. Unter Aufsicht und Betreuung von Mitarbeitern können sie dort eigenständig experimentieren. Bei unserem Besuch im Juniorlabor gingen wir der Frage nach, wie man Stoffe auf unterschiedliche Weise färben kann. Hierfür wurden uns zwei verschiedene Färbetechniken vorgestellt, die wir anschließend ausprobieren durften.
Zuerst erfuhren wir, dass bereits in der Antike pflanzliche Farbstoffe aus der Natur verwendet wurden. Einer bis heute verwendeter pflanzlicher Farbstoff heißt Indigo. Der tiefblaue Farbstoff stammt aus der indischen Indigopflanze (indigofera tinctoria) oder aus dem bei uns heimischen Färbewaid (isatis tinctoria). Der Farbstoff wird heute dazu genutzt, Jeans blau zu färben. Problematisch ist es jedoch, dass Indigo zunächst wasserunlöslich ist. So lernten wir zunächst, Indigo in seine zweite Form: das wasserlösliche orangenfarbene Leukoindigo umzuwandeln. Diese Färbemethode nennt man Küpenfärberei. Danach wurden wir in Gruppen eingeteilt und wir durften mit dem ersten Färbeexperiment beginnen, indem wir ein Seidentuch blau färbten.
Danach färbten wir ein zweites Seidentuch mit Pflanzenfarbstoffen. Interessant dabei war, dass wir keine künstlichen Farben benutzten, sondern tatsächlich nur Farben, die uns die Natur liefert.. Wir erfuhren dabei, dass fast in allen Pflanzen sich Farbstoffe befinden. Diese können durch Extraktion (Herausziehen) gewonnen werden. Insgesamt gibt es etwa 150 Pflanzenarten, die eine färbende Wirkung haben. Für unsere Versuche standen uns Naturfarben wie: Rotholz, Reseda, Blauholz, Cochenille u.a. zur Auswahl. Um Stoffe mit pflanzlichen Farbstoffen bunt zu gestalten, muss man die Stoffe, wie Seide, Leinen, Wolle zunächst beizen. Dazu verwendeten wir einen Beizmittel Alaun (Salz aus Kalium und Aluminium).
Der Experimentiertag im Juniorlabor war sehr interessant und spannend. Die Farben begleiten uns überall und machen den Alltag und die Welt bunt. An dem Tag hatten wir die Möglichkeit, sich mit dem Thema Farbe, intensiver zu beschäftigen. Es war toll, die Entstehungsgeschichte und die lange Tradition der Färbung zu erfahren. Interessant zu erfahren war auch, dass man beim Färben nicht unbedingt künstliche Farben, sondern natürliche Farbstoffe verwenden kann. Ein leckerer Abschluss des Laborbesuchs war das Eis, das wir selbst aus Himbeeren, Schlagsahne, Zucker und flüssigem Stickstoff hergestellt haben. Es war wirklich ein gelungener Ausflug!

verf. von Fr. Ayles

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